Fußball WM 2022 in Katar

Fußball WM 2022 in Katar

WM 2022 in Katar: Überwindet Brasilien endlich den Schock von Mineirao?

Die 22. Fußball-Weltmeisterschaft ist ein Novum. Zum ersten Mal werden die Titelkämpfe nämlich zur Winter-WM. Weil es im Gastgeberland Katar im Sommer schlichtweg zu heiß ist. Also wird das Eröffnungsspiel am 21. November 2022 über die Bühne gehen. Und das WM-Finale? Können wir dann alle fast schon unterm Weihnachtsbaum schauen. Denn das Endspiel der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft findet am vierten Advent statt.

Als einer der Top-Favoriten wird Brasilien gehandelt. Allerdings scheint es ein steiniger Weg zu werden für die Südamerikaner, die irgendwie den Schock von Mineirao immer noch nicht ganz überwunden haben. Bestimmt jeder deutsche Fan weiß bis heute, wo er das WM-Halbfinale am 8. Juli 2014 geschaut hat.

Fragen & Antworten zur Fußball WM 2022

Die Wettanbieter sehen Brasilien bei der WM 2022 in Katar vorne

Heißester Anwärter auf den Titel in Katar ist bei den Wettanbietern die Selecao. Das verwundert wenig. Denn die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft um Superstar Neymar von Paris Saint Germain gewann die WM bereits fünf Mal und ist damit das erfolgreichste Team bei Weltmeisterschaften. Trainiert wird sie seit 2016 von Tite. Und in der WM-Quali hatte Brasilien keinerlei Mühe. Als erstes südamerikanisches Land lösten die Brasilianer ihr WM-Ticket für 2022.

Doch ihren Favoritenstatus bei den Buchmachern mit Quoten von durchschnittlich 6,00 muss Brasiliens Nationalmannschaft zunächst noch unter Beweis stellen. Seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan blieb der ganz große Erfolg nämlich aus. Seinerzeit führte Cheftrainer Luiz Felipe Scolari die Selecao ins Endspiel, wo sie Deutschland mit 2:0 besiegte. Doppeltorschütze Ronaldo wurde damals auch WM-Torjäger mit acht Treffern. Seitdem? Herrscht Flaute im brasilianischen Fußball.

Der Fußball WM 2022 Turnierbaum
Der Fußball WM 2022 Turnierbaum

Nur Ronaldo hat in Deutschland etwas zu feiern

Denn vier Jahre später bei der Fußball-WM in Deutschland hatte nur noch Ronaldo etwas zu feiern. Der stellte mit seinem 15. Tor bei einer Weltmeisterschaft einen neuen Rekord auf, der bis 2014 Gültigkeit haben sollte. Das Aus bereits im Viertelfinale gegen Frankreich (0:1) wusste aber auch er mit zu verhindern. 2010 bei der Weltmeisterschaft in Südafrika war abermals im Viertelfinale Endstation.

Dieses Mal scheiterte Brasilien an den Niederlanden, obwohl Robinho seinerzeit noch für die 1:0-Pausenführung gesorgt hatte. Doch da stand ja noch ein Wesley Sneijder im Trikot von Oranje, der das Match nach dem Seitenwechsel dreht und Holland mit einem 2:1 ins Halbfinale schoss.

Denkwürdig: Beim „Mineiraco“ kullern die Tränen

2014 sollte alles besser werden. Brasilien war WM-Gastgeber und hatte extra Erfolgstrainer Scolari zurück geholt. Und rein statistisch betrachtet wurde es das ja auch. Doch Platz vier der Selecao nach einem 0:3 gegen die Niederlande war für den fünffachen Weltmeister dennoch eine herbe Enttäuschung. Gerade im eigenen Land hatten sie sich alle mehr ausgemalt: Fans, Spieler, Scolari. Vor allem aber ging das Halbfinale gegen Deutschland in die WM-Geschichte ein und wird seitdem als „Mineiraco“ bezeichnet.

Frei übersetzt bedeutet das so etwas wie Schock von Mineirao. Dort, im Mineirao, dem WM-Stadion in Belo Horizonte, flossen schon nach einer halben Stunde die ersten Tränen. Denn zu diesem Zeitpunkt führte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bereits mit sage und schreibe 5:0! Toni Kroos hatte doppelt getroffen. Miroslav Klose stellte mit seinem insgesamt 16. Tor bei einer Weltmeisterschaft einen neuen Rekord auf. Der von Ronaldo war also auch futsch für die Brasilianer.

Thomas Müller hatte schon nach elf Minuten die Führung gesorgt. Auch Sami Khedira trug sich in die Torschützenliste ein. Später schnürte auch noch Andre Schürrle ein Doppelpack. Da konnte auch das Tor von Oscar in der Schlussminute zum 1:7-Endstand niemanden mehr trösten. Schließlich war es das größte Debakel einer Nationalmannschaft in einem Halbfinale einer Fußball-WM.

Brasilien erwischt bei der Weltmeisterschaft in Katar eine unbequeme Gruppe

Eine Wiedergutmachung gelang der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft vier Jahre später bei der WM 2018 in Russland allerdings nicht. Denn im altbekannten Viertelfinale stoppte Belgien mit einem 2:1 die Südamerikaner. Es passte irgendwie ins Bild, dass Fernandinho nach 13 Minuten ein Eigentor zum 0:1 unterlief. Also wagt Brasilien nun bei der WM 2022 in Katar einen nächsten Anlauf, den kollektiven Schock von Mineirao endlich aus den Köpfen aller brasilianischen Fußballfans zu streichen.

Brasilien erwischte bei der Winter-Weltmeisterschaft im Wüstenstaat allerdings eine sehr unbequeme Gruppe. Schon direkt zum Auftakt (24. November) geht es gegen Serbien, das immerhin Portugal in der Qualifikation in die Play-offs geschickt hatte. Im zweiten Spiel erwartet die brasilianische Nationalmannschaft dann die Schweiz (28. November). Und zum Abschluss der Gruppe G bei der WM in Katar heißt der Gegner am 2. Dezember Kamerun.

Wird Brasilien Gruppensieger, spielt die Selecao gegen den Zweiten der Gruppe H. Dann könnte es zum südamerikanischen Duell gegen Uruguay kommen. Reicht es nur zu Platz zwei, ist der Sieger der Gruppe H der Gegner. Vielleicht ja Portugal, so dass sich alle Fans auf das Duell zwischen Cristiano Ronaldo und Neymar freuen dürfen. So oder so: Um Mineiraco zu vergessen, muss dieses Mal mehr als nur ein Viertelfinale erreicht werden.